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Allgemein | 18.05.2010
Schweden zu stark

Das Eishockey-Nationalteam kassierte an der WM in Mannheim die zweite Niederlage in Folge. Die Schweizer unterlagen Schweden 0:5, nach 24 Minuten und drei Gegentoren war die Partie früh gelaufen.

Wie schon das 2:3 gegen Norwegen zieht auch die Niederlage gegen Schweden keine fatalen Konsequenzen mit sich. Statt Dänemark heisst der Viertelfinalgegner vom Donnerstagabend nun Deutschland. Auch gegen die Deutschen startet das Schweizer Team aber als Favorit. Statt erstmals als Gruppensieger beendet die Schweiz die Zwischenrunde auf Platz 2 -- wie 1992 in Prag, vor zehn Jahren in Sankt Petersburg und vor vier Jahren in Turin (Olympia). Trotz der Niederlage gegen Schweden steht fest, dass die SEHV-Auswahl die Slowakei in der Weltrangliste überholen und wieder auf Platz 7 vorstossen wird. Die übrigen WM-Viertelfinals lauten Russland - Kanada, Finnland - Tschechien und Schweden - Dänemark.

Gerne hätten die Schweizer vor dem Viertelfinal mit einem weiteren Überraschungssieg Selbstvertrauen nachgetankt. Stattdessen steigen sie jedoch nach zwei Niederlagen verunsichert in das Prestigeduell gegen Deutschland. Gegen Schweden gelang keine gute Leistung. Vielmehr wurde die alles andere als gute Darbietung vom Vortag gegen Norwegen bestätigt.

Wieder schlecht begonnen

Die Partie begann für die Schweizer erneut katastrophal. Julien Vauclair vertändelte nach drei Minuten in der eigenen Zone die Scheibe, Magnus Pääjärvi Svensson und Tony Martensson spielten daraufhin Mathias Seger und Goalie Tobias Stephan zum 1:0 lehrbuchmässig aus. Nach einem Abschnitt schmeichelte das 0:1 den Schweizern. Sean Simpson verlangte eine Reaktion. Aber auch der Start ins zweite Drittel missriet gründlich: Johan Harju nach 48 Sekunden (die Schweizer reklamierten Offside) und Victor Hedman 172 Sekunden später erhöhten auf 3:0.

Die Geschichte des Spiels erfuhr danach keine dramatische Wende mehr -- obwohl Simpson beim Stand von 0:3 ein Timeout nahm. Aber es hätte auch keinen Sinn ergeben, 47 Stunden vor dem wichtigen, ja kapitalen Deutschland-Spiel noch unnötige Kräfte zu vergeuden. Die besten ihrer wenigen Chancen besassen die Schweizer im ersten Abschnitt. Der Formation um Martin Plüss bot sich eine Gelegenheit aufs erste Tor (3.), später verpassten Andres Ambühl (5.), Marcel Jenni (8.), Thibaut Monnet (8.) und Ivo Rüthemann (21.) den Ausgleich. Rüthemanns Chance war die beste; er verfehlte freistehend im Slot aus kurzer Distanz das Tor. Zehn Sekunden später stand es 0:2.

Steigerung gefragt

Klar ist: die Schweizer müssen sich wieder steigern, ansonsten reicht es auch am Donnerstag gegen Deutschland nicht zum Sieg. Die Deutschen befinden sich nach dem Sieg über die Slowakei, dem dritten im Turnier (nach den Siegen gegen USA und Dänemark), im emotionalen Hoch. Deutschland, die Nummer 15 der Weltrangliste, feierte in Köln bloss einen Sieg weniger als die Schweiz in Mannheim.

Gegen Viertelfinalgegner Deutschland verlor die Schweiz zuletzt im November am Deutschland-Cup in München (1:5). Die letzten Niederlagen an Weltmeisterschaften liegen sogar schon acht und mehr Jahre zurück: 2001 verloren die Schweizer in Köln 1:3, ein Jahr später setzte es in Jönköping ein 0:3 ab. Die letzten Vergleiche gewann das Schweizer Team: zwei Wochen vor der WM siegte die Equipe von Sean Simpson in Schwenningen und Füssen 2:1 und 1:0. Seither erfuhren beide Kader aber noch diverse Änderungen.

Bis zum Viertelfinal bleibt den Schweizern noch ein Eistraining. Personell hat Simpson seine Möglichkeiten ausgeschöpft: Als letzten Spieler meldete er am Dienstag Björn Christen fürs Turnier an; der Zug-Stürmer erhielt gegen Schweden auch schon Eiszeit. Der am Handgelenk leicht verletzte René Back wird an dieser WM zu keinem Einsatz kommen; dennoch verbleibt er bis zur Heimreise bei der Mannschaft.

Telegramm:

Schweden - Schweiz 5:0 (1:0, 2:0, 2:0)

SAP-Arena, Mannheim. -- 5757 Zuschauer. -- SR Baluska/Laaksonen (Slk/Fi), Dediulja/Valach (WRuss/Slk). -- Tor: 4. Pääjärvi Svensson (Martensson) 1:0. 21. (20:48) Harju (Erik Karlsson, Jonathan Ericsson) 2:0. 24. Hedman (Martensson/Strafe angezeigt) 3:0. 44. (43:53) Pettersson (Jonathan Ericsson) 4:0. 45. (44:41) Martensson (Marcus Nilson, Pääjärvi Svensson) 5:0. -- Strafen: je 2mal 2 Minuten.
Schweden: Markström; Hedman, Magnus Johansson; Karlsson, Jonathan Ericsson; Bäckman, Ekman Larsson; Gunnarsson, Lindström; Marcus Nilson, Martensson, Pääjärvi Svensson; Jonas Andersson, Niklas Persson, Backlund; Engqvist, Omark, Harju; Pettersson, Wallin, Nylander.
Schweiz: Tobias Stephan; Julien Vauclair, Seger; Hirschi, Goran Bezina; Du Bois, Josi; Helbling; Déruns, Martin Plüss, Rüthemann; Romano Lemm, Savary, Romy; Damien Brunner, Ambühl, Monnet; Duca, Trachsler, Jenni; Björn Christen.
Bemerkungen: Schweiz ohne Manzato (Ersatztorhüter), Martin Gerber, Niederreiter, Geering (alle überzählig) und Back (nicht gemeldet). -- Timeout Schweiz (24.). -- Schüsse: Schweden 25 (8-8-9); Schweiz 28 (4-7-17). -- Powerplay: Schweden 0/2; Schweiz 0/2.

 

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